Verein der Kölner Steuerrechtswissenschaft

24.10.2016: Klaus Tipke Dissertationspreis

Im Februar 2016 schloss Herr Goetz Kempelmann seine Promotion zum Thema "Der Gesamtplan im Steuerrecht" mit der Bestnote "summa cum laude" ab.

In Anerkennung dieser herausragenden Forschungsleistung im akademischen Jahr 2015/2016 wird Herr Kempelmann mit dem Klaus Tipke Dissertationspreis des Vereins der Kölner Steuerrechtswissenschaft ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.500 € dotiert und wird im Rahmen eines Festaktes am Montag, dem 24.10.2016, um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Instituts für Steuerrecht vergeben.

 Werden Sie Mitglied!

Die öffentlichen Mittel reichen nicht mehr aus, um die international anerkannte Spitzenforschung am Institut für Steuerrecht zu betreiben. Besonders kann mit den verfügbaren Mitteln nicht mehr der wissenschaftliche Rang der Institutsbibliothek aufrechterhalten werden. Diese Bibliothek wird nicht nur für Lehre und Forschung, sondern auch von Steuerpraktikern des Kölner Raums genutzt. Gemäß der Satzung fördert der Verein die sachliche und personelle Ausstattung des Instituts, die Veranstaltung von Vorträgen, Diskussionsforen, Symposien, Tagungen und Seminaren, einzelne Forschungsprojekte sowie junge Steuerrechtswissenschaftler, besonders Gastwissenschaftler aus dem Ausland. Die Beiträge und Spenden zum Verein der Kölner Steuerrechtswissenschaft e.V. sind steuerlich absetzbar. Der Verein veranstaltet einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung mit dem Rechenschaftsbericht des Institutsdirektors, einem Festvortrag und einer geselligen Zusammenkunft, die den Förderern der Kölner Steuerrechtswissenschaft, den in Wissenschaft, Praxis und Politik tätigen Vertretern der Kölner Schule, ehemaligen Gastwissenschaftlern, Mitarbeitern, Doktoranden, Studenten, besonders auch den ausländischen Magisterstudenten Gelegenheit zum Gedankenaustausch gibt.

Zu Ihrer weiteren Information wenden Sie sich bitte an den Verein der Kölner Steuerrechtswissenschaft e.V., Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln. Spenden können auf das Konto mit der Nummer 49382955 bei der Stadtsparkasse Köln (BLZ 370 501 98) überwiesen werden.

Das Beitrittsformular kann hier heruntergeladen werden. Der reguläre Förderbeitrag beträgt derzeit 60,- € / Jahr.

 Was leistet die Kölner Steuerrechtswissenschaft?

Der Verein der Kölner Steuerrechtswissenschaft e.V. ist ein gemeinnütziger und spendenberechtigter Verein, der Forschung und Lehre am Institut für Steuerrecht an der Universität zu Köln fördert.

Dort wurde durch die wegweisenden Arbeiten von Prof. Dr. Klaus Tipke die sog. "Kölner Schule" des Steuerrechts begründet. Tipke setzt dem Chaos der Steuergesetze eine Ordnung des Steuerrechts entgegen. Die von ihm entwickelte Lehre des inneren Systems des Steuerrechts fordert die einsichtige und folgerichtige Ausgestaltung der Besteuerung auf der Grundlage allgemein akzeptierter, meist verfassungskräftiger Rechtsprinzipien. Die Kölner Schule wendet sich unnachgiebig gegen fiskalistische Willkür des Steuergesetzgebers und die politische Manipulierbarkeit des Begriffs der Steuergerechtigkeit, indem sie Ungerechtigkeiten anhand von rechtlichen Maßstäben erkennbar macht und dem steuerlichen Zugriff Grenzen setzt. Die von Tipke entwickelte Dogmatik entlarvt den Missbrauch des Steuerrechts zur Verteilung von Subventionen und Steuergeschenken und schafft damit die Grundlage für eine durchgreifende Vereinfachung.

1993 hat Tipke die Summe seiner Wissenschaft in seinem dreibändigen Werk "Die Steuerrechtsordnung" veröffentlicht. Weltweit gibt es kein Werk, das die Grundlagen des Steuerrechts umfassender darlegt. Sein Schüler Prof. Dr. Joachim Lang führte das Werk von Tipke fort. Ihm ist es gelungen, die Lehren der Kölner Schule mit den Erkenntnissen der modernen Finanzwissenschaft zu verbinden und diesen interdisziplinären Ansatz in einem "Entwurf eines Steuergesetzbuchs" umzusetzen. Der im Auftrag des Bundesfinanzministeriums verfasste Entwurf beeinflusste die Steuergesetzgebung vieler Länder. Am weitgehendsten wurde er in Kroatien verwirklicht, wo erstmals der Feldversuch eines einfachen Steuerrechts mit wenigen Ausnahmen und niedrigen Steuersätzen geglückt ist. Der aktuelle Forschungsstand wird in zweijährigem Turnus in dem Lehrbuch Tipke/Lang, Steuerrecht, niedergelegt, dem unbestrittenen Klassiker unter den Steuerrechtslehrbüchern. Die Kölner Schule vertritt besonders auch Prof. Dr. Harald Schaumburg in seinem renommierten Lehrbuch zum Internationalen Steuerrecht.

Der Erfolg der Kölner Schule zeigt sich in ihren Schülern. Den Lehrern der Kölner Steuerrechtsschule ist es ein besonderes Anliegen, Kritikfähigkeit und Gerechtigkeitssinn ihrer Studenten zu schärfen. So bringt das Kölner Institut für Steuerrecht hervorragend qualifizierte und in der Praxis hochbegehrte Steuerrechtler hervor, die ihrerseits, zum Teil in herausragender Position, den Kampf für ein gerechteres Steuersystem führen.

 Internationalität der Kölner Steuerrechtswissenschaft

Der Ruf der Kölner Schule geht weit über Köln hinaus. Da das Steuerrecht in vielen Ländern unter überflüssiger Kompliziertheit infolge politischer Destruktion leidet, ist das internationale Interesse an den Forschungsergebnissen der Kölner Schule groß. Außerdem führt die Globalisierung Steuerwissenschaftler aus allen Teilen der Welt zusammen, um an international kompatiblen Steuersystemen zu arbeiten, die sowohl juristischen als auch ökonomischen Rationalitätskriterien (u.a. Steuergleichheit, Entscheidungsneutralität, Einfachheit, Transparenz, Planungssicherheit) genügen. Die Politik muß überall davon überzeugt werden, daß die steuerlichen Rahmenbedingungen ohne Schaden für den nationalen Wohlstand nicht beliebig ideologisch verändert werden können. Die internationale steuerwissenschaftliche Zusammenarbeit steht unter dem heilsamen Druck des globalen Wettbewerbs um Standortbedingungen. Das Institut unterhält zahlreiche internationale Kontakte. Hervorzuheben sind die wissenschaftlichen Beziehungen zu führenden spanischen Universitäten, zur Universität Padua, zur Keio Universität in Tokio, zu Berkeley und zur Universität Sao Paulo. Im Institut arbeiteten bisher Gastwissenschaftler aus West- und Osteuropa, den USA, Australien, der Türkei, Japan, China und Korea. Joachim Lang hat Einladungen zu Vortragsreisen nach Japan (Tokio, Osaka, Kobe, Kyoto), in die Türkei und nach Brasilien wahrgenommen. Johanna Hey war 2015 als Gastprofessorin an der NYU School of Law tätig. Im Institut wurde das Academic Committee of European Tax Law (ACET), eine Vereinigung führender europäischer Steuerrechtswissenschaftler gegründet, die im März 1998 ihren ersten Kongress über Familienbesteuerung veranstaltete.